Klappe Auf – Oktober 2003

Katakombe und Rock: Klaus Brock

Ein alter Hase lässt sich durch nichts und niemanden verbiegen – genau das ist das Erfolgskonzept einer der Kultadressen Karlsruhes, der Katakombe, die weit in die Region hinaus bekannt uns beliebt ist.

Die Kombe steht für gesunde Härte, die stets tanzbar ist und für gemütlich – abgefahrenes Abhängen und Plaudern (auch wenn man sich manchmal anschreien muss). Aber hier geht es ja nicht um einen Kindergeburtstag – hier wird verdammt nochmal gerockt. Klaus Brock, Jahrgang 1955, hatte nach abgebrochenem Pädagogikstudium gerade eine Weile als Plattenverkäufer gejobbt, als er anfing, regelmäßig in der Bruchsaler Rockfabrik Platten aufzulegen (das war so zwischen 1980 und 1983). Es war die Hochphase des Wave, auch in der Katakombe, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre ihre Pforten öffnete, beherrschte die Farbe Schwarz alles.

Plötzlich stand er vor einer wichtigen Entscheidung. Er hatte das Angebot, damals noch mit einem Partner die Katakombe zu übernehmen. Kurz und gut – am 7.9.1984 ging es los. Es gab sich in der fast zwanzig Jahren einige Ups und Downs. Die Sperrfrist bis 3 Uhr nagte nicht nur an Klaus Brocks Nerven, es dauerte eine ganze Weile, bis man die heute noch bestehende Frist bis 5 Uhr verlängern konnte.

Natürlich wurde der jeweils vorherrschende Musikstil gewechselt, jedoch nie nach einer Szene, nach einem Trend geschielt. Rock heißt schon immer die Richtlinie, der “rote Faden” zog sich schon immer durch das Musikprogramm der Kombe, die Mischung macht`s und genau das macht den Laden zu einer Insel im angepassten Dschungel der Trendsetter. Hier gibt es keine Gesichtskontrolle. In den letzten zwei bis drei Jahren war es nicht immer einfach, das Ausgehverhalten der Leute hat sich geändert, eine neue Generation von Discogängern ist unterwegs. Die Kombe bleibt ihre Linie treu und greift auf ein bewährtes Rezept zurück: schon in der frühen 90er Jahren haben umtriebige Karlsruhe dort jede Menge Konzerte veranstaltet, sogar Monster Magnet und einige andere Größen des Noise Rock haben sich die Klinke in die Hand gegeben. Dies soll häufiger wieder so sein – Hard-und Metalcorebands werden jetzt regelmäßiger Station in Karlsruhes Oase des Rock machen. Und nächstes Jahr gibt es dann das große Jubiläum.

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