BNN – 5.3.2000

BNN-Discotest: Die Katakombe in der Zeppelinstraße

Mainstream hatte in über 15 Jahren noch nie eine Chance. Musik zählt in Karlsruhes westlichstem Club mehr als Äußerlichkeiten. Gespielt wird hauptsächlich Rock und Crossover

Fast 16 Jahre ist die Katakombe nun schon eine feste Größe in der Karlsruher Discolandschaft. Etwas abgelegen im Westen der Stadt, hat der Club über Jahre sein Gesicht gewahrt. Was zählt, ist die Musik aus den Boxen, nicht die Einrichtung oder zig raffinierte Lichteffekte. So verwundert es nicht, dass die Staubfäden an der Decke und die nach frischer Farbe verlangenden Wände einfach keinen interessieren.

In dem Gewölbekeller haben zum überwiegenden Teil die E-Gitarren das Wort: Crossover, Grunge, Alternative-Rock hält der DJ für die Samstagsgäste parat. Schon eine Stunde nachdem der Club seine schwere Eisentür geöffnet hat, ist der Laden gut gefüllt. Genauso schnell verschwindet die Tanzfläche unter den Beinen der meist jugendlichen Besucher. Zu vorgerückter Stunde bittet dann der DJ auch schon mal Nichttänzer, die Tanzfläche zu verlassen. Auch an Theken wippen die Köpfe im Takt mit, und selbst hinter den Zapfhähnen werden zwischen einem Pils und einem Jacky-Cola ein paar Tanzschritte eingelegt.

Wer rechtzeitig da ist, hat das Glück, auf den stufenähnlichen Sitzmöglichkeiten Platz zu nehmen. Thekenplätze sind rar und schnell belegt. Wer sich unterhalten will, ohne am nächsten Morgen heißer zu sein, begibt sich am besten auf den Gang: Hier ist die Musik etwas gedämpfter, genauso wie in dem kleineren angrenzenden Raum. Dort kann man eine ruhige Kugel schieben, bei einer Partie Billard oder einem Kaffee an den paar Bistrotischen.

Ist nicht gerade Samstag, legt der DJ auch HipHop, Hardcore, Wave, Punk, Rock und Pop auf den Plattenteller. Ab und an gibt es auch Live-Musik. Auf keinen Fall aber Mainstream – da ist sich die Katakombe in all den Jahren treu geblieben.

In aller Kürze

Die beste Zeit: Freitags und Samstags jeweils nach 24 Uhr.

ÖPNV: Fehlanzeige. Mit der Linie 5 ( fährt bis 24 Uhr) kommt man allerhöchstens bis zur Haltestelle Kühler Krug.

Parken: Nichts leichter als das, Platz ist mehr als genug vorhanden.

BNN – Wertung:

(+) Relativ viel Platz zum Tanzen; “ ruhigere” Ecke mit Billardtisch; gemütliche Plätze an der Theke neben dem DJ

(-) Ein paar Mark Investition in Lüftungsanlage und sanitäre Anlagen wären nicht schlecht.

Der BNN-Tipp: Alle, denen Mainstream-Musik à la Radio, MTV und VIVA auf den Geist geht und die keine Lust auf eine “geleckte” Disco haben, sei der Club im Westen der Fächerstadt wärmstens ans Herz gelegt.

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